Bei Shoebox House erscheint in Kürze zum Lutherjahr:

In seiner faszinierenden Novelle führt Rüdiger Görner den Leser in Hamlets Wittenberg, das zugleich das Wittenberg Luthers und Melanchthons ist.  Die Aufbruchsstimmung der Reformation wird deutlich spürbar, aber auch der Geist des Humanismus und  der neuartigen Kunst Lukas Cranachs. Hamlet plaudert gern mit Cranach und betrachtet voller Erstaunen die Gemälde in dessen Atelier.  Mit Ulrich von Huttens Ausspruch „Es ist eine Lust zu leben“ allein lässt sich Hamlets Zeit in Wittenberg aber nicht fassen. Im Briefwechsel mit Ophelia bleibt Hamlet über die Geschehnisse am dänischen Hof informiert – und es ist ihm nicht wohl dabei. Zudem  tauchen mit Rosenkranz und Güldenstern zwei seltsame Gestalten in Wittenberg auf, die sich in Hamlets Nähe drängen. Da ist  nichts Gutes zu ahnen, wenn Hamlet nach Kronborg zurückgerufen wird und seine Reise antritt:  „Wild tobt das Meer und kein Land in Sicht, ein Ende ohnehin nicht.“



Zur Zeit in Druck: Quadrat Nr. 2
Jorge R. G. Sagastume, Im Schatten der Sehnsucht nach Freiheit – Argentinische Geschichten.





Bereits erschienen: Quadrat Nr. 1
Michael Augustin, Fußball-Miniaturen.





Für SHOEBOX QUADRAT sind in loser Folge weitere Titel geplant.
Z.B.:Wolfgang Wicht, Kaffeesatz I; Hans Ulrich Gumbrecht, Lorca in New York; Andreas Urs Sommer, Nietzsche und der Vampirismus; Peter Schütze, Judenbuche-Libretto; Dominik Riedo, Entrémes; Rüdiger Görner, Hamlet in Wittenberg.
KIm Dezember 2016 erschienen:
KJürgen Klein, Dialog mit Koeppen, Verlag Wilhelm Fink

Unsere Autorin Anja Kampmann schreibt eifrig an ihrem neuen Lyrikband, der in Kürze erscheinen soll.
Sie tut dies als Wiepersdorf-Stipendiatin im Schloß Bettina von Arnims. Zudem können wir vermelden,
daß  ihr  im März dieses Jahres in Darmstadt der renommierte Wolfgang Weyrauch Förderpreis
verliehen wurde.

Bei Shoebox House startet jetzt die neue Serie "Sammlung Flandziu" mit dem Titel als SF No 1:
K.Ludwig Pfeiffer:
Fiktion und Tatsächlichkeit – Momente und Modelle funktionaler Textgeschichte



Rezension
30. August 2014



Den Mythos Venedig im Blick

VON WOLFGANG WICHT

Kein Reisender wird einen Venedigbesuch vergessen. Das unüberschaubare Gewirr der Kanäle und Gassen, die Paläste und Plätze, die Kirchen, die Kunstwerke, das Licht über der Lagune, das besondere Fluidum dieser einzigartigen Siedlung ziehen den Besucher in ihren Bann. Kein Wunder, dass Venedig-Führer Regale füllen.

Denen einen weiteren hinzuzufügen, darum ging es dem Literaturwissenschaftler ]ürgen Klein nicht. Seine Aufmerksamkeit gilt dem Phänomen der literarischen und malerischen Reflexion. An literarischen Werken, die sich dem Ort hingeben, gibt es keinen Mangel.

Kleins originelle Darstellung nun verfolgt das Thema, wie der Augen-Blick auf die Lagunenstadt in Schriftstellern und Malern innere und darstellerische "Bilder" auslöst. Der Mythos Venedig wird zum Sinnstifter. Die Szenerie löst Gedanken über menschliche Existenz, kreatives Schaffen, private Integrität, soziale Verhältnisse und, nicht zuletzt, über die Geschichte von Macht und Reichtum aus.
Klein erzählt, kommentiert und deutet die Venedig-Gedanken des russisch-amerikanischen Literaturnobelpreisträgers (1987) Joseph Brodsky, des "Italienische Reise"-Autors J.W. Goethe, des englischen romantischen Dichters Lord Byron, des französischen Philosophen Jean-Paul Sartre und des bedeutenden deutschen Nachkriegsschriftstellers Wolfgang Koeppen.

Das Beschriebene oszilliert mit dem Venedig-Erleben des Verfassers und wird erweitert durch den Seitenblick auf venezianische Malerei so auf die Canaletto-Veduten in der Galerie Alter Meister in Dresden. Dem Leser öffnet sich der Horizont für einen vertieften geistigen Umgang mit seinen eigenen venezianischen Augenblicken.

Flandziu-Neuheiten

Ab 2014 startet Flandziu eine neue Rubrik Kaffeesatz, die von Wolfgang Wicht betreut wird (siehe Kurzviten unserer Autoren). Wolfgang Wicht greift in jedem Flandziu Interessantes, Apartes, Skurriles  aus Kunst und Kultur auf und liest gründlich im Kaffeesatz.

Flandziu wird 2014 folgende Themenschwerpunkte haben: Heft 1: FRAUEN GEGEN DEN KRIEG
Heft 2: HAMBURG IM 20. JAHRHUNDERT: Literatur – Kunst – Kultur

2014 beginnt Shoebox House mit der neuen Buchreihe  SAMMLUNG FLANDZIU.
Als Band 1 erscheint  im Spätsommer/Frühherbst dieses Jahres: K. Ludwig Pfeiffer, Fiktion und Tatsächlichkeit. Momente und  Modelle  funktionaler Textgeschichte, ca. 230 Seiten.


MDR-Literaturpreis 2013 an Anja Kampmann
Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass der MDR-Literaturpreis 2013 an die Shoebox House Autorin Anja Kampmann geht (Flandziu N.F. Jg. 3 (2011) und Jg. 4 (2012).  Preisgekrönt wurde eine "Geschichte von einem Mann, der für einen Erdölkonzern im Golf von Mexiko arbeitet, aber durch die Trennung von der Heimat nahezu alles verliert – auch sich selbst" (MDR.de). Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Anja Kampmann gewann den Preis in einer Konkurrenz von 2000 Bewerbern und war unter den sieben Finalisten die Nummer 1.

Shoebox House gratuliert herzlich.

Vorabdruck aus Hans Ulrich Gumbrechts  Nach 1945  in Flandziu Heft 1 / 2012
Im neuen Flandziu wird ein aussagekräftiger Auszug aus Hans Ulrich Gumbrechts neuem Buch Nach 1945 (Suhrkamp 2012) abgedruckt , das im August erscheint. Harold Bloom hat über dieses Buch geschrieben: "Einzigartig, herausragend komponiert, absolut originell."  Nach 1945 ist eine aufregende Studie über die Nachkriegszeit und die Folgen, die geistig-seelische Atmosphäre dieser Jahre, die uns Deutsche nicht losläßt. Die nicht verarbeiteten Verhältnisse und Verbrechen des Dritten Reichs konnten verdrängt, aber nicht bewältigt werden. So bleibt die Hoffnung auf eine Neugeburt Deutschlands nur eine Sache der Latenz – ohne eine zureichende Wahrscheinlichkeit, dass diese Latenz  an die Oberfläche tritt und wesentlich aufgelöst werden kann.

Wolfgang-Koeppen-Preis an Anna Katharina Hahn
Am 23. Juni 2012 hat der Oberbürgermeister der Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Dr. Arthur König, den
Wolfgang-Koeppen-Preis 2012 an Anna Katharina Hahn verliehen. Die Laudatio hielt der vorherige Preisträger Joachim Lottmann. Lottmann sagte in seiner Laudatio: "Hahn schriebt präzise, unideoilogisch, gegenwärtig, also Stuttgart 21 kommt vor, schwache Vatermänner, die aber liebevoll zu ihren Kindern sind. [...] Jeder führt ein Leben, für das der Leser Verständnis hat. Man sieht alle Beschädigungen und kann sich nicht auf eine Seite schlagen. Wundervoll. Eben echte Literatur."  Bücher von Anna Katharina Hahn: Kürzere Tage (Suhrkamp), Am schwarzen Berg (Suhrkamp 2012). In der Herbstausgabe 2012 von FLANDZIU werden die Laudatio von Joachim Lottmann, die Dankesrede von Anna Katharina Hahn und der von ihr nach der Preisverleihung gelesene Auszug aus Am schwarzen Berg abgedruckt.

Poesie in Grün als Anschauungsobjekt



An der Schule für Farbe und Gestaltung in Stuttgart dient Poesie in Grün zur direkten Anschauung innerhalb der Grafik-Design-Analyse (Buchgestaltung, Typografie, Bild-Text etc.)

Raimund Fellinger Ehrendoktor in Greifswald Zur Rede Dr. Raimund Fellingers (PDF)

© Foto: Hans-Werner Hausmann

Raimund Fellinger, dem langjährigen Mitglied des Wissenschaftlichen und Künstlerischen Beirats sowie Autor von FLANDZIU wurde am 4. Februar 2012 für seine Verdienste um die deutsche Literatur und Kultur die Ehrendoktorwürde der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald verliehen.

Er hat sich stets für das Werk Wolfgang Koeppens eingesetzt, diesbezügliche Forschungen angeregt und selbst zu Koeppen gearbeitet. Raimund Fellinger unterstützte mit Nachdruck als Vorstandsmitglied der Peter-Suhrkamp-Stiftung das Greifswalder Koeppen-Archiv.

Seit Jahrzehnten als Lektor im Suhrkamp Verlag tätig (Cheflektor des Suhrkamp Verlags seit 2006, des Insel Verlags seit 2010) hat Raimund Fellinger nicht nur bedeutende Autoren aus Literatur und Wissenschaft betreut, z.B. Thomas Bernhard, Peter Handke, Christoph Hein und Peter Sloterdijk, sondern sich zugleich auf den Gebieten der Literatur wie der Geistes- und Sozialwissenschaften in der Lektorats- und Editionsarbeit grenzüberschreitend betätigt.

Im Festakt zur Verleihung der Ehrendoktorwürde, der in der prächtigen Barockaula der Greifswalder Universität stattfand, hielt Prof. Dr. Peter Sloterdijk die Festansprache Homo collector, homo lector, homo corrector. Für eine kurze Geschichte des Lektorats, Prof. Dr. Eckard Schumacher hielt die Laudatio. Christoph Hein las einen neuen Text über Prometheus.

In der ersten FLANDZIU-Ausgabe des Jahres 2012 werden die Reden von Eckhard Schumacher und Peter Sloterdijk nachzulesen sein.